Kurzsichtigkeit

Kurzsichtigkeit = Myopie

In den letzten Jahrzehnten wird intensiv zum Thema Kurzsichtigkeit geforscht.

Dabei stellen sich interessante neue Erkenntnisse heraus.

Die erhöhte Naharbeit im Zeitalter von Bildungssystemen, noch neuer der Einsatz von digitalen Medien und die geringere Lichtexposition der Schulkinder sind heute wohl die Hauptgründe der weltweiten Zunahme von Kurzsichtigkeit.

In Europa hat sich in den letzten 30 Jahren die Kurzsichtigkeit nahezu verdoppelt. Bedeutet ca. 40% bis 45% der 25 jährigen Menschen sind inzwischen kurzsichtig. In asiatischen Ländern, speziell in Ballungszentren und Megacitys, sind bis zu 80% der Bevölkerung kurzsichtig. Erstaunlich, offensichtlich spielt die Genetik hier immer weniger eine Rolle und äußere Umweltbedingungen immer mehr!

Warum stellt die Zunahme der Kurzsichtigkeit ein Problem dar? Je höher die Kurzsichtigkeit, umso höher die Risiken von möglichen Augenerkrankungen. Schon bei einfachen Myopien verdoppelt sich das Risiko! Bei hochgradigen Myopien, bedeutet höher als -6,00 dpt., steigen diese exponentiell an! Die gesundheitlichen Folgen sind beträchtlich.

Die größten umweltbedingte Einflüsse werden inzwischen dem natürlichen Sonnenlicht (Lichtexposition) sowie dem geänderten Seh-, Lern- und Freizeitverhalten zugesprochen. Dabei spielt die Lichtintensität (Beleuchtungsstärke = Lux) inzwischen eine beachtliche Rolle. Während in einem Klassenzimmer mit künstlicher Beleuchtung ca. 340 Lux erreicht wird, strahlt unsere Sonne mit teils über 100.000 Lux auf unsere Erdoberfläche.

Das Wahrscheinlichkeitsverhältnis für das Auftreten einer Myopie ist bei geringer Tageslichtexposition um den Faktor 5 erhöht und steigt durch ein zusätzlich hohes Maß an Naharbeit auf das bis zu 16-fache an.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/193148/Myopieprophylaxe

Augenärztliche Akademie Deutschland: http://www.aad.to/vollseite.php?jahreswahl=2018&presse_id=236

Was können nun Eltern für ihre Kinder und Jugendliche tun?

  1. Sorgen Sie dafür, dass ihre Kinder es gewohnt sind, sich viel im Freien auf zuhalten. Dabei gilt >2h/Tag verringert das Risiko einer beginnenden oder stärker werdenden Kurzsichtigkeit schon deutlich.
  2. Regulieren oder Limitieren sie den Einsatz von digitalen Medien. Diese verhindern den Aufenthalt im Freien! Abgesehen von den vielen anderen gesundheitlichen Nachteilen welche mit dem Bewegungsmangel einhergehen.
  3. Naharbeiten sollten kontrolliert und in einem natürlichen Nahabstand (also nicht zu Nahe am Auge) statt finden.
  4. Besuchen Sie bereits vor dem Kindergarten Alter mit ihrem Kind einen Augenarzt zur Prüfung der Sehentwicklung. In Österreich sieht der Mutter-Kind-Pass dies vor.

Denn es gilt heute, je früher eine Kurzsichtigkeit erkannt wird, umso besser kann inzwischen dessen Verlauf beeinflusst werden.

Testen Sie das Riskio einer hohen Kurzsichtigkeit für ihr Kind

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